Hotelsterne – Klassifizierung und Kriterien

Wahrscheinlich hast du auch schon davon gehört: Das Hotel Burj Al Arab in Dubai rühmt sich damit, eines von nur acht 7-Sterne Hotels weltweit zu sein. Du liest richtig: 7-Sterne!

Klingt zu gut, um wahr zu sein? Tja, da hast du nicht ganz unrecht. Denn ganz so einfach ist das mit den Hotelsternen nicht. Damit du dich in Zukunft im Dschungel der Sterne besser zurechtfindest, erklären wir dir heute, was es mit den Sternen so auf sich hat.

Hotelsterne - Klassifizierung und kriterien

Sternen-Himmel

Gerade wenn es um so eine unglaublich hohe Sterne-Anzahl geht, handelt es sich fast nie um eine offizielle Bewertung. Zumeist sind diese Angaben auf persönliche Aussagen von ehemaligen Gästen, subjektiven Bewertungen auf Plattformen oder auf Journalisten und Presseberichte zurückzuführen.

Das erwähnte Hotel Burj Al Arab etwa hätte diese unglaubliche hohe Bewertung vielleicht sogar verdient. Offiziell wirbt das Hotel aber nirgends mit 7-Sternen. Der Grund: Auch hier handelt es sich bei den 7-Sternen mehr um Mundpropaganda, als ein offizielles Bewertungsschema. Denn offizielle Kriterien für 7 Sterne gibt es nicht.

Und auch bei Hotels, die 7-Sterne im Namen tragen, wie das Pangu 7 Star Hotel in Peking, handelt es sich lediglich um einen Namen. Zwar ist es sicherlich ein Top Luxus Hotel, die 7 Sterne sind aber selbst vom Himmel geholt und stammen nicht von einer offiziellen Bewertungs-Autorität.

Wer entscheidet über die Hotelklassifizierung?

International gibt es kein einheitliches Entscheidungsgremium für Hotelsterne. Jedes Land darf also prinzipiell die Hotel-Sterne so vergeben, wie es möchte. Üblich ist zumeist aber die auch in Österreich und Deutschland gebräuchliche Einteilung in fünf Sterne.

Allerdings gibt es dennoch teils gravierende Unterschiede. In manchen Ländern ist eine Klassifizierung des Hotels nämlich Pflicht, in anderen, wie etwa Österreich, freiwillig. In Europa ist die Klassifizierung nur in folgenden Ländern gesetzlich vorgeschrieben:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Griechenland
  • Malta
  • Niederlande
  • Portugal
  • Spanien
  • Italien
  • und Ungarn

 

In allen anderen ist sie freiwillig. Dennoch wird sie gerne von Hoteliers genutzt, da sie ihren Gästen eine sofortige Einschätzung der Qualität und des Angebotes des Hotels bietet.

So kannst du als Gast sicher sein, dass dir ein 4-Sternen Hotel in herrlicher Lage, wie etwa das Ferienhotel Fernblick im Montafon, einen anderen Service und Erholungswert bietet, als ein 3- oder 2-Sterne Hotel.

Europa: Welche Hotel-Sterne-Kriterien gibt es in Europa?

Auch bei den Kriterien für Hotel-Sterne gibt es Unterschiede. In Spanien etwa werden die Hotels nach 17 verschiedenen regionalen Klassifizierungsregeln bewertet. Dies hat zur Folge, dass ein Hotel in Mallorca einem anderen Kriterienkatalog entsprechen muss, als etwa ein Hotel in Madrid. Finnland und Norwegen haben gar kein offizielles System zur Bewertung.

Daher gilt: Bevor du deinen Urlaub in einem anderen Land buchst, solltest du dich über die dort gängigen Bewertungskriterien für Hotels informieren. Damit es dann vor Ort keine bösen Überraschungen gibt.

Um einen gewissen Standard zu garantieren, haben sich

  • Deutschland
  • Niederlande
  • Österreich
  • Schweden
  • Schweiz
  • Tschechien
  • und Ungarn

zusammengetan und die Hotelstars Union (HSU) gegründet.  Dieser Hotelverband hat sich auf ein Vergabesystem für die begehrten Hotel-Sterne geeinigt, das es länderübergreifend einzuhalten gilt. Inzwischen haben sich auch

  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Belgien
  • Dänemark
  • Griechenland
  • und Liechtenstein

dazugesellt.

Dennoch können sich auch hier die einzelnen Kriterien unterscheiden. Dies ist auf die individuellen Vorlieben und Eigenheiten der jeweiligen Länder zurückzuführen. Neben den bereits erwähnten Eigenheiten der Hotelbewertung in Spanien und dem Fehlen eines offiziellen Kriterienkataloges für Sterne in Finnland und Norwegen, gibt es in Frankreich zum Beispiel die zusätzliche Bezeichnung „Palace“. Diese bezieht sich auf Besonderheiten des Hotels, etwa ein Restaurant mit Michelin-Stern.

Österreich: Und wie kommt ein Hotel in Österreich zu seinen Sternen?

Die Kriterien für Hotel-Sterne sind übrigens auch im selben Land immer im Wandel. Um dir eine repräsentative Einschätzung des Hotels bieten zu können, werden sie den Wünschen und Bedürfnissen der Zeit angepasst.

Deshalb basieren sie auf aktuellen Marktforschungsergebnissen und spiegeln die Gästeerwartungen der jeweiligen Kategorien wieder. Damit soll sichergestellt werden, dass du als Gast auf einen Blick erkennen kannst, was du von einem Hotel erwarten darfst.

Zum Beispiel hat die Bedeutung eines Hoteleigenen Wellness-Bereichs in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Ein erholsamer Ruhebereich, wie ein „Raum der Stille“, eine beeindruckende Pool-Landschaft und vom Hotel organisierte Freizeitaktivitäten sind heute wichtige Faktoren für die Vergabe von Hotel-Sternen.

In Österreich erfolgte die letzte Anpassung des Kriterienkatalogs für Hotelklassifizierungen im Jahr 2015. Die jetzigen Kriterien gelten bis 2020.

Muss sich ein Hotel in Österreich bewerten lassen?

Den Antrag auf Einstufung in eine Sterneklasse stellt in Österreich das Hotel übrigens selbst. Da es, wie erwähnt, vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben wird, sondern auf freiwilliger Basis geschieht.

Die Einstufung erfolgt durch eine unabhängige Kommission. In Österreich wird die Sterne-Klassifizierung bei Mitgliedsbetrieben von der Fachgruppe/des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt. Regelmäßige Überprüfungen und Selbstkontrolle gewährleisten die Qualität.

Wie setzt sich der Hotel-Sterne Kriterienkatalog in Österreich zusammen?

Zunächst wird bei den österreichischen Hotel-Sterne-Kategorien zwischen „Vollbetrieb“ (z. B. Hotel, Gasthof) und „Betrieben mit eingeschränktem gastronomischen Angebot“ (z. B. Frühstückspension) unterschieden. Letztere können nur 1-4 Sterne bekommen. Apartmenthäuser haben aufgrund des geringeren Dienstleistungsangebots andere Richtlinien.

Bei der Bewertung gibt es Mindestkriterien, eine Mindestpunktanzahl und Zusatzpunkte. Daraus setzt sich die Anzahl der verliehenen Hotelsterne zusammen. Prinzipiell teilt sich die Bewertung für die Hotel-Sterne in Österreich in folgende Kategorien:

  • Erhaltungszustand (Einrichtung und Ausstattung) sowie einwandfreie Sauberkeit und Hygiene sind Grundvorrausetzung.
  • Qualität der Dienstleistungen (z. B. Auftreten, Kleidung, Freundlichkeit, etc.).
  • Äußeres Erscheinungsbild (z. B. Beschilderung, Zufahrt, Parkplätze, etc.).
  • Hoteleigene Freizeit- und Zusatzeinrichtungen (z. B. Wellnessbereich, Sauna, Garten, etc.).
  • Zufriedenheit der Gäste (Anzahl und Umgang mit Gästebeschwerden).

Je mehr und je besser die gefragten Kriterien erfüllt werden, desto höher ist die Punkteanzahl und dadurch ergibt sich auch eine höhere Sterne-Vergabe. Die genaue Punkteverteilung ist in Österreich wie folgt:

  • 1 Stern:
    • Mindestpunktzahl: 90
    • Punkte für Superior: 170
  • 2 Sterne:
    • Mindestpunktzahl: 170
    • Punkte für Superior: 260
  • 3 Sterne:
    • Mindestpunktzahl: 260
    • Punkte für Superior: 400
  • 4 Sterne:
    • Mindestpunktzahl: 400
    • Punkte für Superior: 600
  • 5 Sterne:
    • Mindestpunktzahl: 600
    • Punkte für Superior: 700

Wie du siehst können Hotels zusätzlich zu den 5-Sternen in allen Sterne-Kategorien noch das Qualitätsmerkmal „Superior“ erreichen.  Dieses repräsentiert ein „Mehr“ an Dienstleistungen, zum Beispiel besondere Freundlichkeit.

Der Gesamte Kriterien-Katalog für die Hotelklassifizierung lässt sich auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich ansehen.

Wie wichtig sind Hotelsterne heute noch?

In Zeiten von vielfältigen Urlaubs- und Hotelbewertungs-Plattformen stellt sich natürlich die Frage, wie wichtig klassische Hotelklassifizierungen wie Hotelsterne eigentlich noch sind. Die Antwort: sehr wichtig!

Die Bewertungs-Plattformen stellen nämlich keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung zu den bewährten Hotel-Sternen dar. Großer Vorteil der Hotel-Sterne ist die Tatsache, dass sie zumeist von unabhängigen Experten vergeben werden. Hierbei stehen objektive Kriterien im Vordergrund. Während der Vorteil der Plattformen die persönliche Bewertung ehemaliger Hotelgäste ist, also die subjektiven Kriterien.

Wir empfehlen dir beides, um dir ein möglichst umfangreiches Bild von deinem Hotel machen zu können. Die klassischen Hotelsterne sind aber immer noch ein guter, erster Eindruck und eine unabhängige Bewertungsmöglichkeit deines Hotels.